Kategorie-Archiv: Umwelt, Natur, Energie & Energiewirtschaft

Umwelt und Natur unseres Mutterplaneten Erde müssen für künftig Generationen bedingungslos geschützt werden!
Energie, der „Lebenssaft der menschlichen Zivilisation“ muss als kostbares Lebensgut sparsam und effizient erzeugt und eingesetzt werden. Energie muss auch für die einkommensschwächsten Mitglieder der Gesellschaft leistbar sein!

Offener Brief von Sozialkapital- und Zukunftsforscher Prof. Ernst Gehmacher

Sozialkapital- und Zukunftsforscher Prof. Ernst Gehmacher fordert Zusammenschluss der Österreichischen E-Wirtschaft unter ein Dach!

Wien. Prof. Dipl.-Ing. Ernst Gehmacher, „Guru“ unter den österreichischen Sozialwissenschaftlern, Sozialkapital-Forscher und Wissenschaftlicher Leiter des Experten – Zukunftskreis, fordert jetzt, als sofort zu erfolgenden,

- ersten, massiven Schritt für eine effiziente Verwaltungsreform in Österreich den Zusammenschluss der österreichischen E-Wirtschaft unter ein gemeinsames Dach!
– Der übertriebene Föderalismus des Bundesstaates torpediert in der Finanz- und Wirtschaftskrise die dringend benötigte Verwaltungsreform und muss reorganisiert werden.

Sonst gibt es keine Chance auf einen Ausgleich des Budgetdefizits, eine effiziente Steuerreform
und auf eine gerechte Umverteilung.

Prof. Ernst Gehmacher wendet sich daher in einem Offenen Brief mit einem dramatischen Appell an die Spitzen von Politik und Medien:

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Faymann!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler Dr. Spindelegger!
Sehr geehrter Herr Bundesparteiobmann Strache!
Sehr geehrte Frau Bundessprecherin Dr. Glawischnigg!
Sehr geehrter Herr Vorstandsvorsitzender Dr. Strolz !
Sehr geehrter Herr Bundesparteiobmann Stronach!

Kopien an:
ORF1 und ORF2/ Aktueller Dienst
ORF-Hörfunk/Aktueller Dienst
Austria Presse Agentur/APA
Die Presse Kronenzeitung
Tageszeitung Österreich
Tageszeitung Salzburger Nachrichten
Tageszeitung Standard
Wirtschaftsblatt

Nach langen Jahren des Zusehens und des kommentarlosen Schweigens bezüglich der innenpolitischen Entwicklung in Österreich, habe ich mich aus Sorge um das Erbe Österreichs als emeritierter Meinungsforscher und langjähriger, ehemaliger Politikberater so mancher österreichischer Bundeskanzler entschlossen diesen offenen Brief an Sie und ausgewählte Medien zu schreiben.
Als Wissenschaftlicher Leiter des Experten-Zukunftskreis, früherer Direktor des Meinungsfor-schungs-Institutes IFES, liegt es zum jetzigen Zeitpunkt für mich klar auf der Hand, “Wir brauchen in Österreich eine starke, selbstständige, nationale E-Wirtschaft unter einem Dach – nicht eine am Gängelband der ÖIAG, mit ev. Einfluss östlicher Oligarchen und US-dominierter Hedgefonds!“

Auch wenn es uns die mit 31,5% in der ÖIAG verhaftete OMV erfolgreich vorführt: Die OMV mit ihrer Zentrale in Wien ist ein integriertes internationales Öl- und Gasunternehmen und kann mit den österreichischen EVU’ s, wie Landesgesellschaften und VERBUND in keiner Weise verglichen werden. (So wird das Fahren mit einem Mobil, dass mit fossilen Treibstoffen betrieben wird, nie zu den Grundrechten der Bevölkerung gehören können … Die Übertragung und Versorgung mit reinem Trinkwasser aber, mit sauberer Energie aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energien, aber auch die Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln, stellen hingegen sehr wohl wesentliche Grundrechte der Bevölkerung dar und dürfen weder in- noch -ausländischen Spekulanten überlassen werden!).

Der Aufschwung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft in unserer historischen Epoche, verbunden mit Demokratie, Sozialstaat und Wirtschaftswachstum, hat durch die rapide Akzeleration in eine Überdrehungs-Krise geführt. In Umweltbelastung wie Ressourcenverbrauch, in Bevölkerungsentwicklung wie Mobilität, in Medizin-Aufwand wie Pensionskosten, in der Individualisierung sozialer Netze – und nicht zuletzt in den Finanzierungs-Systemen – hat der Erfolg des steten Wachstums zu einer Überforderung geführt, die zu einem Zusammenbruch führt, wenn nicht eine drastische Reduktion und eine Konzentration auf Nachhaltigkeit gelingt!”

Aus voller Überzeugung und langjährigem Engagement für die E-Wirtschaft, appelliere ich daher an Sie als die wichtigsten politischen Entscheidungsträger Österreichs, jetzt als ersten Schritt einer effizienten Verwaltungsreform die Bildung einer geschlossenen, einheitlichen und starken Österreichischen E-Wirtschaft, in die alle Landesgesellschaften und der VERBUND integriert werden sollen, unverzüglich in Angriff zu nehmen! Wie Ihnen allen bekannt ist, befindet sich die gesamte Branche im Umbruch. Die aktuellen energie- wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind branchenspezifisch „äußerst düster“ … Vor kurzem wurde bekannt, dass ein Versorger im In- und Ausland 5 kalorische Kraftwerke (teils temporär) schließen muss!

Ein große teilverstaatlichte, „Österreichische E-Wirtschaft Neu“, mit kapitalmäßiger Verzahnung untereinander, mit kostenschonender Verwaltung und mit ineinander verschränkten, zentral gesteuerten Dienstleistungskomponenten als Dividendenbringer für den Finanzminister der Republik, an dem der Staat mit 50% und einer Aktie beteiligt sein muss (und nicht bloß die Organisation in einer Interessensvertretung, wie „Österreichs Energie“) sollen dafür sorgen, dass wir mit allen einhergehenden Synergien eines Zusammenschlusses auf dem EU-Markt noch konkurrenzfähiger werden und unsere E-Wirtschaft weiter im Rahmen der Atomstromfreien Energiegesellschaften aufsteigen wird können.

Diese „Österreichische E-Wirtschaft Neu“, bestehend aus VERBUND und allen neun Landesenergieversorgern, müsste per gesetzlichem Auftrag in die Pflicht genommen werden, besonders wenn es um die Versorgungssicherheit der österreichischen Bevölkerung geht!

Mit der gesamten, reinen und umweltfreundlichen Wasserkraft aus Österreich, die Bandstrom in den Flüssen, sowie Spitzenstrom in Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken erzeugt, sind wir nicht nur der “grünste Stromproduzent” sondern nach Norwegen auch einer der größten Lieferanten von Strom aus Wasserkraft.
Der österreichische Kraftwerksbau muss künftig nach der Wasserkraftpotentialstudie aus 2008 durch Investitionen der öffentlichen Hand rapide forciert werden.
In der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise brauchen wir daher weit mehr konkrete inländische Projekte als jetzt, um den jährlich ansteigenden Strombedarf von kontinuierlich 2 Prozent abzudek-ken, um zehntausende neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft mit den erforderlichen Aufträgen zu versorgen. Mein Appell an die österreichische Politik lautet daher:

“Wir wollen einen weiteren Kraftwerksausbau in Österreich, weil die Frage der Energieversorgung einen der wesentlichsten Schlüssel für unsere Zukunftsbewältigung darstellt”!

Bei Gründung einer gemeinsamen, starken österreichischen E-Wirtschaft, würden alle nur denkbaren Synergien im Inland und auf den Auslandsmärkten schlagend werden können! Die Vorstände in den Landesgesellschaften könnten in dieser “Österreichischen E-Wirtschaft Neu” ihre Funktionen behalten, aber je zwei Vorstände der Länder-EVU’ s würden in einem zweijährigen Turnus zusätzlich für 2 Jahre zu Vorstandsdirektoren dieser neuen Holding, gemeinsam mit 2 VERBUND-Vorständen, bestellt werden. Soweit eine von vielen möglichen Organisationsformen, die auch für einen Ausgleich unter den Bundesländern und den Landes – EVU‘ s stehen könnten.

In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise darf auch der weitere Donauausbau Ost in Österreich, bis zur Staatsgrenze mit der Slowakei kein „Tabuthema“ bleiben. Mit der Erzeugung wertvoller, regenerativer Energie für die Stromkonsumenten und die Staatskasse, sowie eine damit einhergehende langjährige Entlastung des Steuerzahlers, würde auch eine durchgehende Wasserstrasse vom Wiener Hafen über den Hafen Bratislava mit der Unteren Donau geschaffen werden. Es soll ausdrücklich daran erinnert werden, dass die Sisyphusarbeit einer Rollierung der Donausohle unterhalb des KW Freudenau, mit der Verklappung von 160.000 mᶾ Donauschotter Jahr für Jahr, die Steuerzahler mit hohen Kosten und die Umwelt über den zusätzlichem Transportverkehr belastet, was bei einem weiteren Donauausbau mit einem Schlage hinfällig wäre …

Aus meiner jahrzehntelangen Erfahrung als Meinungsforscher kann ich Ihnen berichten, dass bei einer österreichweiten Befragung über den weiteren Donauausbau bis zur Staatsgrenze zumindest 58 – 59 % der Bevölkerung, wenn nicht weit darüber (bei der Wiener Volksbefragung haben 73% der Bevölkerung für den Bau des Donaukraftwerkes Wien – Freudenau gestimmt), für einen weiteren Donauausbau stimmen würden …

Jenen politischen Kräften in Österreich, die sich primär Umwelt- und Naturschutzzielen verbunden fühlen, hätte man mit unserer Forderung nach einer geeinten E-Wirtschaft Substantielles anzubieten (die EdF macht uns vor, wie es trotz Unbundling-Vorgaben durch die EU geht):
Eine „Österreichische E-Wirtschaft Neu“ unter einem Dach, wäre in der Lage einen

1. bundesweit flächendeckenden Generalplan für den Ausbau der Erneuerbaren Energien (Kleinwasserkraft – Pumpspeicherwerke und Flusskraftwerke , Wind, Solar, Photovoltaik, Bioenergie und Erdwärme) umzusetzen;
2. einen längst auf sich wartenden Ausbauplan für die E-Mobilität in Gesamtösterreich zu generieren,
3. sowie einen österreichweiten, lückenlosen Sanierungsplan für alle öffentlichen Gebäude (mit der Option für private Gebäude) für eine nachhaltige Wärmedämmung- und Kühlung vorzulegen.

Ebenso ist Vorsicht geboten beim Österreichischen Hochspannungsnetz der Austrian Power Grid (APG) des VERBUND. Die APG darf auf keinen Fall mit der Option einer späteren Privatisierung in die ÖIAG eingegliedert werden. Wozu auch? Zu viele spätere Misserfolge und Pleiten säumen aktuell den Weg von Privatisierungen teilverstaatlichter Betriebe … Es geht hier einzig und allein um eine politische Frage: Aus gesellschaftspolitischer Sichtweise darf nicht einmal ein Körnchen der APG privatisiert werden. Nicht nur die österreichische Stromerzeugung sondern auch die Energienetze zur Verteilung für die Energieversorgung zählen zu den “Grundrechten” der Bevölkerung und dürfen niemals spekulativen Finanzinvestoren ausgeliefert werden!

Durch eine fehlende Gesetzesänderung hängen freilich derzeit sämtliche Pläne für eine Kompetenzerweiterung der ÖIAG noch in der Luft, während aber die Gerüchteküche schon gewaltig brodelt, betreffend eine Eingliederung der APG in diese. Derzeit managt die ÖIAG die Staatsbeteiligungen an der Telekom Austria (28,4 Prozent), der Post (52,8 Prozent) und der OMV (31,5 Prozent). Dazu kommt die für die staatliche Bankenhilfe zuständige FIMBAG. Nach dem Konzept von ÖIAG-Kreisen soll eine Reihe von Firmen dazukommen. Es gibt 37 (teil-)staatliche Unternehmen, für die bisher sieben Ressorts zuständig sind. Dazu gehören der Verbund, aber auch die Bundesimmobiliengesellschaft BIG und die Casinos Austria, die über die Drittelbeteiligung der Münze Österreich, die wiederum der Nationalbank gehört, indirekt teilverstaatlich ist.
Dieses österreichische Tafelsilber, das allen Österreich/-innen gehört, darf ohne Befragung der österreichischen Bevölkerung weder irgendwelchen Oligarchen noch zweifelhaften Hedge- und -Heuschreckenfonds überlassen werden… Auch wenn damit ein punktuelles und einmaliges Null-Defizit im Parlament präsentiert werden könnte (alles schon einmal da gewesen …!).

Österreich befindet sich mit der durch die EU vorgeschriebenen Deregulierung/Liberalisierung und dem Unbundling auf noch zweifelhaft erfolgreichen Energiepfaden, eher das Gegenteil ist wie er-sichtlich eingetreten! Nirgendwo in Europa gib es eine so stark aufgesplitterte E-Wirtschaft wie in Österreich, so hat beispielsweise „Österreichs Energie“ rd. 140 Mitglieder … Mit einer einzigen Gesellschaft für Stromerzeugung, – Übertragung und -Verteilung, ( wie der starken EdF in Frankreich), betriebswirtschaftlich geführt für das Gesamtwohl von Wirtschaft und Bevölkerung Österreichs, wären wir wohl besser beraten – aber jetzt ist Krise und für ein starkes Gegenlenken wird es wohl schon zu spät sein … Oder doch nicht ?

Sehr geehrte Damen und Herren von Politik und Medien, mein persönliches CREDO, für welches ich durch meine Experten im Zukunftskreis bestärkt werde, lautet uneingeschränkt: Sparen UND Wachstum!
Schulden-Abbau, Spar-Programme, Einschränkungen und Reglementierungen sind hierfür unumgänglich. Mir ist aber bewusst, durch entstehende Verteilungskonflikte steigen auch politische Aggression und individuelle Kriminalität. Je länger dieses Dilemma zwischen Sparen und Wachstum anhält umso kritischer wird die Situation für die Demokratie.
Ob in Haushalt oder Betrieb, in Gemeinde oder Staat, ob in Bezug auf Gesundheit, Pflege, Mobilität oder Energie – gibt es aus einer solchen Wirtschaftskrise nur einen Ausweg: Sparen und Wachstum zugleich, den Gürtel enger schnallen und Muskeln und Nerven trainieren…

Vor allem aber müssen wir als engagierte Österreicher und Österreicherinnen, und überzeugte Demokraten, in dieser kritischen Phase die Politik unterstützen, damit es ihr möglich wird durch zusätzliche Einnahmen aus “Sparen UND Wachstum” auch innovative Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen von Experten, Bevölkerung und Medien zu geben.

Ebenso merke ich an: Gleichzeitig mit den ersten Schritten für Verwaltungs- und Steuerreform – um die Demokratie und das Vertrauen in diese zu festigen – sollte auch der Fragenkomplex aus dem HYPO Alpe Adria Desaster und die immer noch offene Frage von weiten Kreisen der Bevölkerung, warum denn die Schuldenabwälzung aus dem Hypo-Debakel a priori dem österreichischen Steuerzahler umgehängt werden muss (?), in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss ehestmöglich und schlüssig geklärt werden!

Mit besten Grüßen
und in der Hoffnung, dass seitens der Politik jetzt unverzüglich jene ersten Schritte als Rahmenbedingungen bezüglich Verwaltungs- und Steuerreform geschaffen werden, die für eine weitere Prosperität Österreichs Voraussetzung sind.
In Sorge für unser Heimatland, verbleibe ich als überzeugter Österreicher und Europäer,

Ihr Ernst Gehmacher
Wissenschaftlicher Leiter des Experten-Zukunftskreis

Willkommen

EXPERTEN-ZUKUNFTSKREIS HOFFT: HYPE UND GLOBALE TOLERANZ-DISKUSSION UM CONCHITA WURST’S  SONG CONTEST-ERFOLG KÖNNTEN VERKRUSTETE POLITISCHE STRUKTUREN AUFBRECHEN, IN WIEN, IN MOSKAU UND ANDERSWO …

- PROF. ERNST GEHMACHER, WISSENSCHAFTLICHER LEITER DES EXPERTEN-ZUKUNFTSKREIS, UND SEIN TEAM WARNEN:  “DAS HYPO ALPE ADRIA – MEGADEBAKEL MIT SANIERUNG DURCH DEN STEUERZAHLER   UND ALS REAKTION EINSPARUNGEN IN ALLEN RESSORTS INKLUSIVE DER BILDUNG (!) FÜHREN VOR DER EU-WAHL ZU VERUNSICHERUNG UND POLITIKVERDROSSENHEIT BEIM WÄHLER !  WO BLEIBEN DIE GEGENSTRATEGIEN, WIE ZUM BEISPIEL:  DIE LANGE GEFORDERTE VERWALTUNGSREFORM – AUSBAU DER ERNEUERBAREN ENERGIEN, INSBESONDERE DER WASSERKRAFT MIT HOHER ÖSTERREICHISCHER WERTSCHÖPFUNG – DOTIERUNG VON BILDUNG, WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG AUF INTERNATIONALEM LEVEL – AUSBAU DES BILDUNGSWESENS NACH INTERNATIONALEM VORBILD DURCH UNABHÄNGIGE BILDUNGSEXPERTEN?”

Zu wenig Tansparenz für den Souverän in der Demokratie – die Wählerinnen und Wähler – bei der Sanierung des Hypo Alpe Adria Megadebakels durch die Bundespolitik – die Verweigerung des Untersuchungsausschusses, urgiert durch breite Bevölkerungsschichten und die Opposition – und bedingt durch das Hypo-Debakel, die drastischen Einsparpläne der Regierungsparteien, die selbst vor der Bildung nicht Halt machen, führen zu Frustration und weiterer Politikverdrossenheit! Das alles lauft nur knapp vor der EU-Wahl ..  Wen verwundert’s, wenn es jetzt auch in den Regierungsparteien rumort – besonders in der SPÖ, wo die Stimmen der Basis nicht mehr überhört werden können: So auch in der PETITION FÜR VERMÖGENSBETEILIGUNG UND U-AUSSCHUSS ZUR HYPO, durch die SPÖ-Sektionen  “gramm-humanum” (Linz), “Sektion 1 in der Josefstadt” (Wien) und “Sektion Wilten” (Innsbruck). Da heisst es authentisch,  “Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, lieber Werner, liebe Genossinen und Genossen, als Menschen, denen die Sozialdemokratie mit ihren Wurzeln, Werten und Errungenschaften am Herzen liegt, beobachten wir das Handeln unserer Partei in der Causa Hypo Alpe Adria mit Sorge. Bis zu neun Milliarden kann uns die Rettung dieser Bank kosten! Das bedeutet eine Umverteilung von unten nachen oben. Die SteuerzahlerInnen stehen nun für jene Vermögenden gerade, die der Hypo Geld geborgt haben, ohne die Risiken richtig einzuschätzen. Obwohl Haftung und Risiko in der Marktwirtschaft zwei Seiten der gleichen Medaille sein sollten, haftet nun die Masse für das Risiko der Wenigen. Fast fünf Milliarden hat die Rettung der AnlegerInnen schon gekostet. ..” Zu guter Letzt, fordert diese SPÖ-Basisgruppe im Schluss ihrer Petition an Bundeskanzler, Bundesparteivorstand und Parlamentsklub:

• Eine zehnjährige Vermögensabgabe auf Vermögen über einer Million Euro um die Kosten der HYPO-Rettung auszugleichen.  •  Die Verlängerung der erhöhten Bankenabgabe über 2017 hinaus.  •  Die Forcierung einer möglichst raschen Umsetzung der europäischen Bankenunion durch die Bundesregierung, damit künftig Haftung und Risiko streng aneinander gekoppelt sind.   •  Die umgehende Einsetzung eines parlamentarischen Hypo-Untersuchungsausschusses zur Klärung aller offenen Fragen.   •   Der U-Ausschuss muss zum Minderheitenrecht werden. Dies soll zum raschest möglichen Zeitpunkt geschehen und an keinerlei Bedingungen geknüpft sein.

Soweit, die redlich meinende und sich zumindest Gehör verschaffende Parteibasis der SPÖ,  aus je einer Linzer, Wiener und Innsbrucker Sektion. Wird man die Petition in der Kanzler- Partei ernst nehmen, wird man sich “doch” bewegen? Oder erkennt man samt Regierungspartner ÖVP nicht den Ernst der Situation, daß man drauf und dran ist, sehr viel an noch vorhandenem Vertrauen zu verspielen … ?

Während Grünen-Klubchefin Eva Glawischnig von einer bildungspolitischen Bankrotterklärung der Regierung spricht, verteidigte der Bundeskanzler bei der Sondersitzung des Nationalrates zur Bildungspolitik am Donnerstag, 24. 4., die Einsparungen: “Es handle sich um Mittel die für die Ganztagsbetreuung nicht verloren seien, sondern später aufgewendet würden …”

Für Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske wird jetzt ausgerechnet beim wichtigsten und zukunftsträchtigsten  Bildungsvorhaben der Rotstift angesetzt. Das sieht der Initiator des Bildungsvolksbegehrens, der Industrielle Hannes Androsch, auch genau so: “Das ist nicht im Sinne des Volksbegehrens und auch nicht im Sinn der teilzeitbeschäftigten Frauen und ist daher ein Rückschritt.”

Die Budgetrede vom 29. 4., durch Finanzminister Spindelegger, welche dieser launisch bis prosaisch mit den Worten eröffnete: „In unserem Land der Berge gibt es einen Berg zu viel. Der Schuldenberg. Und dieser Berg wächst und wird immer höher. So kann es nicht weitergehen“,  bestätigt: Österreichs Staatsschulden schnellten als Folge des Hypo-Alpe-Adria-Desasters auf 79,2 Prozent der Wirtschaftsleistung hinauf! Eine Trendumkehr nach diesem neuen Schuldenrekord soll aber gemäß Willenserklärung durch die Bundesregierung eingeleitet werden …  Allerdings hat man beim Wohnbau, den Fördertöpfen und der Pflege die anstehenden Konflikte auf den Finanzausgleich 2016 verschoben … Das Defizit bleibt heuer mit 2,7 Prozennt nur knapp unter der für Brüssel erlaubten Dreiprozentmarke. Durch die Verschiebung von Lösungen auf den Finanzausgleich 2016, bei denen es um Milliardenbeträge geht, kündigt sich schon jetzt für die Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden als ein erbittertes Kräftemessen um die Neuaufteilung des Finanztopfes des Staates an.

Wo bleiben die aktiven Einsparungspotentiale des Staates aus der dringend zu urgierenden Verwaltungsreform? Was ist mit dem Ausbau des natürlichen Wasserkraftpotentials von Österreich? Wohin führt uns die Schere zwischen ASVG-Pensionen (ca. 60%) und Beamten-Pensionen (ca. 80%)?  Wird die Schere zwischen Einkommen aus Veranlagung und  Spekulation auf der einen Seite, sowie aus Einkommen durch Arbeit auf der anderen Seite immer größer, ohne dass der Staat dagegen lenkt? Sind Einkommensunterschiede zwischen einem jungen Facharbeiter mit etwas mehr als 20.000 Euro im Jahr  und manchen Vorstandsvorsitzenden, die mit bis zu 1 Mio Euro das Fünfzigfache verdienen, moralisch und gesellschaftspolitisch noch zu vertreten? Was ist mit der Schaffung von Arbeitsplätzen durch den Ausbau der E-Mobilität? Warum bleibt eine österreichweite, flächendeckende Wärmedämmung nur ein Flickwerk, von Gnaden der Dezentralisierung von Bundesländerfördertöpfen und der ebenso dezentral organisierten E-Wirtschaft? Können wir uns einen auf die Spitze getriebenen Förderalismus in Zeiten der Krise überhaupt noch leisten?

Diesen und anderen virulenten Themen wird sich der unabhängige und überparteiliche Experten-Zukunftskreis, der sich als FUTURE THINK TANK und DISKUSSIONSPLATTFORM definiert, künftig engagiert widmen. LINK: http://www.experten-zukunftskreis.or.at